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Ein kleines Leben

Matthias Klingenberg
Ein kleines Leben
Eine Spurensuche
Reihe: Zeit & Geschichte
Auflage: 1
Umfang: 296 S.
Format: 12 x 19 cm
Ausstattung: Hardcover
Abb.: zahlr. Abb.
ISBN: 978-3-86408-233-7
Versand: kostenlos
Preis enthält 7% MwSt.

Bewertung: 3.8/5 (29 Stimmen)

19,99 €(inkl. 7 % MwSt.)

Inhalt

Schon als kleiner Junge hatte der Autor wissen wollen, welche Rolle sein Großvater Karl als Angehöriger der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg gespielt hat. Faszination und Grauen erfüllen ihn, als er sich in den 1980er-Jahren die eine oder andere Epi­sode von ihm erzählen lässt. Dann, als Anfang 40-Jähriger, siebzig Jahre nach Kriegsende, macht er sich selbst auf die Suche, mehr über ihn und die Auswirkungen seines Schicksals zu erfahren: Mit der Instamatic-Kamera des verstorbenen Karl, für die nur noch längst abgelaufene Filme existieren, und alten Fotos reist er an die Orte, an denen dieser sich einst als Soldat aufgehalten hat. Über seinen Opa findet der Autor nur wenig Neues heraus, stattdessen aber umso mehr über sich selbst, seine Familie und die transgenerationale Verarbeitung von Erinnerungen. Plätze, Menschen, Begegnungen und histo­rische Relikte sprechen für sich und ganze Nachkriegsgenerationen, ob Ukraine, Frankreich, Polen, Tschechien, West- oder Ost­deutschland. Obwohl der Suchende oft im Konflikt ist, ob seine Recherchen Sinn machen, kommt er am Ende zu dem Schluss, dass das Fragen nach der Vergangenheit, Antworten für die Jetztzeit bereithält und über die eigene Identität Aufschluss gibt.

Autor/Autorin | Herausgeber/Herausgeberin

Matthias Klingenberg

Matthias Klingenberg wurde 1972 in Peine geboren und studierte in Braunschweig und Heidelberg Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft. Sein zeithistorisches und gesellschaftskritisches Interesse verband er schon früh mit seinem kulturellen Engage­ment: In den 1990er-Jahren leitete er ein Off-Theater in Heidelberg, stand aber auch selbst mit der Gruppe „Les Trixteurs“ bei Musik­performances und offenen Lesungen auf der Bühne. Dort, wo das Leben ihn hinführte – u. a. Kasachstan, Usbekistan und Georgien –, setzte er sich beruflich für interkulturelle Verstän­digung und Versöhnung zwischen den Völkern ein. Sein persönliches Steckenpferd ist die Durchführung von Oral-History-Projekten. Derzeit lebt und arbeitet er in Tiflis (Georgien).

Userkommentare
Bettina Moll - texttiger schreibt:
Bei dem Buch handelt es sich um eine "Reise", die der Autor aus Peine antrat, um mehr ├╝ber die Geschichte seines verstorbenen Gro├čvaters Karl Kr├╝ger herauszubekommen, der im Zweiten Weltkrieg bei der Wehrmacht gewesen ist. 70 Jahre nach Kriegsende sucht er Erinnerungsorte im In- und Ausland auf, wo er Menschen mit ihren Geschichten begegnet, er forscht in der Familiengeschichte und in Archiven und am Ende bekommt die Leserin / der Leser das Gef├╝hl, dass sie/er die Atmosph├Ąre doch allzu gut kennt, die da zwischen den Zeilen mitschwingt. Es ist etwas, das sich ├╝ber die Jahrzehnte nach dem gro├čen Krieg vererbt hat, in nahezu jede Familie, Generation, mal mehr, mal weniger: das Nichtreden, das Lieber-Schweigen, das Festhalten an Sicherem, was man in eine bestimmte, daf├╝r vorgesehene Schublade tun kann, die Angst vor Neuem, besser dem Fremden nicht trauen. Das sind tiefverwurzelte Erfahrungen, die auch in unserem Familien immer noch mitschwingen. Wie es zu so etwas kommen, wie man damit umgehen kann, das zeigt dieses Buch nachdr├╝cklich, ganz exemplarisch durch die Erkundungstouren von Matthias Klingenberg, der nicht aufh├Ârt zu fragen, zu hinterfragen, wahrzunehmen und hinzuh├Âren, was in den einzelnen L├Ąndern und Kulturen war, ist und sein kann, um Traumatisches zu bew├Ąltigen. Ich habe das Buch lektoriert, mich hat der Inhalt tief ber├╝hrt. Ich habe vieles wiedergefunden, was ich aus meiner Familie kenne und nun will ich auch mehr hinschauen.
Claudia Bierschenk schreibt:
Ich habe ganz bewusst nach Literatur gesucht, die sich mit der Aufarbeitung von Familiengeschichte befasst, und zwar zentral mit der Frage, was haben unsere Gro├čv├Ąter eigentlich im Krieg gemacht. Nach Lekt├╝re von Florian Huber, Christoph Hein, Sabine Bode, bin ich eher zuf├Ąllig auf dieses Buch von Matthias Klingenberg gesto├čen - was f├╝r ein Gl├╝ck! Ein ber├╝hrendes, kritisches Buch, in dem der Autor ├Ąhnliche Fragen stellt, die auch mich in meiner Recherche bewegt haben.
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