„Keine KI-Texte – von Menschen geschrieben“: Vergangenheitsverlag führt neues Qualitätslabel gegen den Tsunami of KI-Trash im Buchmarkt ein

Mit der Einführung des Labels „Keine KI-Texte – von Menschen geschrieben“ setzen der Vergangenheitsverlag, der Omnino Verlag sowie FRED & OTTO – Der Hundeverlag ein bewusstes Zeichen im aktuellen Strukturwandel der Buchbranche. Das Label wird künftig fest im Impressum aller Neuerscheinungen geführt – als sichtbares Qualitätsversprechen an seine Leserinnen und Leser.
Hintergrund und Antrieb für dieses Label ist eine Entwicklung, die viele in der Branche mit Sorge beobachten: Durch den massiven Einsatz generativer KI entsteht eine wachsende Menge automatisiert produzierter Texte, die zwar formal korrekt, aber – im besseren Fall – oft inhaltsarm, austauschbar und kulturell folgenlos sind. In der Branche ist längst von einem „Tsunami of Trash“ die Rede – einer Überproduktion von Texten, die das Vertrauen in das Medium Buch untergräbt.
„Ein Buch ist sicher keine Datenleistung, sondern eine Beziehung“, sagt Verleger Dr. Alexander Schug. „Literatur ist eine Form der Unterhaltung im wortwörtlichen Sinn: ein Gegenüber, Literatur ist ein Dialog zwischen schreibenden und lesenden Menschen. Wenn diese Beziehung nicht mehr von Mensch zu Mensch stattfindet, geht ein zentraler Aspekt unserer Kulturpraxis des Lesens verloren.“
Das neue Label versteht sich ausdrücklich nicht als technikfeindlich. KI darf und soll dort eingesetzt werden, wo sie Arbeitsprozesse sinnvoll beschleunigt – etwa in Organisation, Recherche, Lektoratstechnik oder Produktionsabläufen. Entscheidend ist jedoch eine klare Grenze: KI soll Werkzeug bleiben, nicht Urheber sein. Sie darf nicht selbst als vermeintlicher Contentcreator auftreten und Texte erzeugen, die literarische Autorschaft lediglich simulieren. „Was wir gerade sehen, ist eine Simulation des Buchmarkts mit seinem Themensetting, der Art wie Autorinnen und Autoren geschaffen werden, wie Marken mit viel Aufwand kreiert werden. Diese Welt der KI-Literatur ist eine komplette Nachahmung ohne Neuschöpfungswert“, so Schug.
Diese Haltung hat konkrete Konsequenzen. In allen drei Imprints wurden die Autorenverträge angepasst. Künftig garantieren Autorinnen und Autoren vertraglich, dass die kreative Texterstellung ohne den Einsatz generativer KI erfolgt ist. „Das ist kein Misstrauensvotum“, so Schug, „sondern ein Bekenntnis zu handwerklicher Qualität.“
International gewinnt dieses Thema an Bedeutung. Verbände, Autorenorganisationen und Verlage diskutieren Fragen von Urheberschaft, Kennzeichnungspflicht und Glaubwürdigkeit. Gerade unabhängige Verlage nehmen hier eine Vorreiterrolle ein, weil ihr Kapital nicht Skalierung, sondern Vertrauen ist.
Mit dem Label „Keine KI-Texte – von Menschen geschrieben“ formulieren Vergangenheitsverlag, Omnino Verlag und FRED & OTTO daher bewusst eine Gegenposition: Bücher sind keine algorithmischen Outputs, sondern Ergebnisse menschlicher Erfahrung, Leidenschaft und Sprache. Oder, wie Schug es formuliert: „Technologie darf helfen. Erzählen müssen weiterhin die Menschen.“
Mehr Infos zu den Verlagen: www.vergangenheitsverlag.de, www.omnino-verlag.de, www.fredundotto.de
Letzte Einträge
-
„Wege in die Freiheit“ – 120 Jahre Herbert Wehner, oder: Die Frauen von Hoheneck
12.05.2026 -
Christina Schmidt bei OrankeBuch in Berlin: Eine galizische Familiengeschichte
11.05.2026 -
Vorarlberger Landestheater Bregenz: Lesung mit Tamara Stern und Frank A. Stern, 31.5.26, 11 Uhr
07.05.2026 -
Der Frankfurter Kunstverein präsentiert "Das Haus der Dreiseitels", 7.5., 18 Uhr
04.05.2026 -
Robert-Havemann-Klubhaus in Grünheide: Lebensbornkinder – Lügen und Scham - Lesung mit Dirk Kaesler
04.05.2026 -
Talk und Film mit Autorin Sabine Wenkums im "Cinema" Düsseldorf, 7.6.26, 13 Uhr
23.04.2026 -
Regine-Hildebrandt-Haus: Laurette Fekl liest aus "Auf der Suche nach dem verlorenen Vater" / 18.6.26, 18 Uhr
08.04.2026 -
Buchpremiere im Kultur-Café in Friedenau: Auf der Suche nach dem verlorenen Vater – Eine bewegende Spurensuche zwischen Erinnerung und Identität
08.04.2026 -
Hessisches Staatsarchiv Marburg: Die Historikerin Susanne Pfankuch stellt ihr Buch „Privilegiert diskriminiert“ vor
04.03.2026 -
Lesung von Alexander Straßner in Zwiesel: Bekommt den Bayerwaldblues
25.02.2026