Die Heilstätte Grabowsee
„Wasser, Luft, Sonnenschein – 3 gute Arzeneien“ - Geschichte und Gegenwart eines Lost Place
Das Buch zu einem der interessantesten Lost Places in Deutschland ...
Die Heilstätten Grabowsee gehören zu den derzeit interessantesten Lost Places rund um Berlin und in ganz Brandenburg. Die Heilstätte Grabowsee wurde 1896 als erste im Flachland gelegene Tuberkuloseanstalt vom Volksheilstättenverein des Roten Kreuzes errichtet. Es sollte nachgewiesen werden, dass im ebenen Gelände dieselben Behandlungserfolge zur Bekämpfung der Lungenkrankheit erzielt werden konnten wie zuvor in den Mittelgebirgen Preußens oder in den Alpen. Dieser Nachweis gelang erfolgreich. Im Jahre 1920 ging die Heilstätte Grabowsee in den Besitz der Landesversicherungsanstalt Brandenburg über. Sie ließ die Anstalt nach Plänen des Regierungsbaumeisters Arnold Beschoren zusammen mit Gildenhall-Künstlern nach modernen Konzeptionen umbauen und vergrößern. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Sowjetarmee die Anlage und richtete hier ein Militärkrankenhaus für Lungenkranke ein. Nach...
DetailsPrivilegiert diskriminiert
Aus Tagebüchern und Briefen des jungen Berliners Peter Pfankuch von 1939 bis 1945
Die Tagebücher des 13-jährigen Berliner "Halbjudens" Peter Pfankuch von 1939-1945 ...
Peter Pfankuch: ein sogenannter "halbjüdischer" Junge im Nationalsozialismus. Als Teenager schreibt er über die gesamte Kriegszeit von 1939 bis 1945 Tagebuch - eine einmalige zeithistorische Quelle, die in diesem Buch erstmals ausgewertet wird. Pfankuch dokumentiert sein Leben in Berlin, während Nationalsozialismus und Krieg zunehmend seinen Alltag bestimmen. Die Familie lebt nahe am Abgrund: Der Vater verliert die Arbeit, die Mutter fürchtet die Deportation, er selbst erhält Schulverbot. Einige Verwandte und Freunde flüchten oder werden deportiert. Bomben fallen. Sorgen, Not und Angst werden immer mehr zur Normalität. Diese Tagebücher sind nicht vergleichbar mit denen der Anne Frank; Pfankuch ist nicht das männliche Pendant zu ihr. Dennoch gibt es Parallelen, dennoch schreibt hier ein junger Mensch im Verborgenen seine Alltagsbeobachtungen über eine ihm feindliche Welt auf. In...
Details6 Beerdigungen
Eine deutsche Familiengeschichte an den Gräbern erzählt
Wilga Föste ergründet das emotionale Erbe ihrer Familie – und zeichnet dabei eine Topografie deutscher Mentalitäten. Vorgehen und Fragestellungen sind vorbildlich für alle, die sich mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigen ...
Über 50 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches wird bei einer Beerdigung eher beiläufig die nationalsozialistische Vergangenheit des Großvaters und seine Tätigkeit bei der Gestapo erwähnt. Jahre später beginnt die Autorin, nach Spuren dieses Mannes zu suchen, der noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges starb und für sie ein Fremder ist. Dabei zeigt sich: Der Großvater ist nicht der einzige Angehörige, der sich mit Engagement im Nationalsozialismus beteiligt hat.
Sechs chronologisch aufeinanderfolgende Beerdigungen bilden in diesem Buch den Rahmen, in dem die Autorin von der Familie ihrer Mutter und deren Eingebundensein in die Zeitläufte des 20. Jahrhunderts erzählt. Sie geben Aufschluss über die Geschichte einer ganz normalen Familie in Deutschland und über die Frage nach der eigenen Schuld im Dritten Reich – eine Frage, die beharrlich unterdrückt wurde, aber auf ebenso...
Leopold Ranke, Académicien
Neue Aspekte der Ranke-Forschung, Bd. 5
Ein Beitrag zur Kultur der Wissenschaftsakademien ...
Leopold Ranke ist im Verlauf seines langen Lebens von nicht weniger als drei deutschen (Berlin, München, Göttingen) und vier internationalen Akademien (Paris, Brüssel, Wien, Cambridge MA) zu ihrem Mitglied gewählt worden. Auch wenn eine aktive Teilnahme an den Arbeiten dieser Akademien – mit Ausnahme der Preußischen – nicht erwartet wurde, nahmen sie in Rankes Selbstverständnis und im Gesamtspektrum seiner vielfältigen Auszeichnungen einen eminent hohen Rang ein. Das Buch untersucht erstmals die Umstände der jeweiligen Wahlen und vermittelt einen quellenbasierten umfassenden Überblick über Rankes Aktivitäten in der und für die Berliner Akademie der Wissenschaften. Die meisten Akademien ehrten ihre verstorbenen Mitglieder mit Trauerfeiern und gesprochenen Nekrologen hochrangiger Redner; soweit sie veröffentlicht wurden, werden diese Trauerreden hier zum ersten Mal gesammelt publiziert...
DetailsImperien im Kopf
Wie große Reiche Kulturen und Identitäten formten
Imperien verschwinden – doch ihr Erbe wirkt weiter ...
Wenn Imperien lange bestehen, hinterlassen sie Spuren in den Köpfen, die weit über ihr Ende hinausreichen. Durch Akkulturationsprozesse übernehmen die Unterworfenen Verhaltensweisen, Einstellungen und Überzeugungen der Herrschenden – mal schleichend, mal tiefgreifend, im Extremfall bis hin zur völligen Assimilierung. Diese Prägungen von Kultur und Identität wirken bis in die Gegenwart hinein, auch wenn der imperiale Ursprung oft längst vergessen ist, und beeinflussen gesellschaftliche Debatten sowie aktuelle Konflikte. Der Historiker Jürgen Mirow nimmt nicht nur das Verhältnis der europäischen Kolonialmächte zum Globalen Süden in den Blick, sondern auch andere bedeutende Imperien wie beispielsweise das Kalifenreich, Russland und China. Jürgen Mirow beleuchtet eindrucksvoll, wie diese Prozesse in bedeutenden Imperien verliefen, welche Faktoren sie bestimmten und welche Auswirkungen...
DetailsVon Windhuk nach Nürnberg?
Kolonialismus – Rassismus – Antisemitismus
Cornelia Essner, Autorin des Standardwerks zu den Nürnberger Prozessen, strukturiert in sieben Aufsätzen die Debatte über Kolonialismus und Holocaust ...
Von Windhuk nach Nürnberg? Im postkolonialen Diskurs wird behauptet, die koloniale Erfahrung habe die deutsche Gesellschaft tief geprägt, doch diese Prägung sei in Vergessenheit geraten und müsse nun ins historische Bewusstsein zurückgeholt werden. Vertreter dieses moralisierenden Narrativs argumentieren, die Erinnerungskultur zum Holocaust habe die deutsche Kolonialvergangenheit, insbesondere den Völkermord an den Herero, „verdrängt“. Indem der koloniale Genozid – zu dem bisher historische Monografien fehlen – als Vorläufer des Holocaust gilt, wird eine fast kausale Verbindung zwischen Windhuk und Auschwitz konstruiert, die sowohl den Holocaust relativiert als auch für die vergleichende Forschung öffnet.
Dieses Buch bringt Sachlichkeit in die postkolonialen Debatten und beleuchtet historische Kontinuitäten und Brüche zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Zeit. Anhand der...
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